Was brauche ich denn eigentlich alles zum pilgern?

Es sind nur noch weniger als 3 Wochen bis es los geht. Meine äußerlichen Ausrüstungsvorbereitungen habe ich soweit abgeschlossen. Ich habe fast alles zusammen was ich brauche. Ich habe noch mal in Ruhe darüber nachgedacht was ich alles mitnehmen möchte. Was mir wirklich wichtig ist, und worauf ich auf keinen Fall verzichten kann. Und warum gehe ich den Jakobsweg jetzt eigentlich?

Damit wollte ich mich auch darauf besinnen, was brauche denn jetzt eigentlich und was kann zu Hause bleiben. Als ich darüber nachgedacht habe, kam ich zu meinem Ursprung zurück, nämlich gehen wollen. Gehen wollen mit einem Ziel am Ende. Nicht einfach nur einen Spaziergang. Eine Herausforderung dabei zu haben. Ich merke aber auch, dass langes Gehen für mich sehr meditativ ist und ich dabei sehr gut nachdenken kann.

Beim Gehen fließen die Gedanken einfach. Ich bin nicht abgelenkt von etwas. Da der Caminho Portugues sehr gut ausgeschildert ist muss ich mich nicht so sehr auf die Schilder konzentrieren. Und ich muss mich immer mal wieder daran erinnern, das dieser Weg durch die Zivilisation führt und nicht durch den Urwald. Selbst wenn ich mich mal verlaufe, kann nichts passieren.

App gefällig?

Und dann kam mir noch der Gedanke, warum gibt es eigentlich keine App für den Jakobsweg? Wo ich ab und zu mal gucken kann wo ich gerade bin und wie der Weg weitergeht. Als ich mir dann ein EBook angesehen habe über den Jakobsweg habe ich eine gefunden. Die ist natürlich jetzt installiert und mal sehen was ich damit tatsächlich anfangen kann. Sie funktioniert mit Google Earth zusammen und es sind beide Varianten des Weges eingetragen.

Natürlich habe ich auch den Wanderführer. Der ist aber, finde ich, irgendwie kompliziert geschrieben. Ich habe schon überlegt, ob Strassen in Portugal keine Namen haben, denn dort steht oft nur, dass ich die Kirche linker Hand lassen muss und direkt die nächste Strasse wieder rechts. Aber pass auf, nach 70 m geht es schon wieder rechts….

Schön wären ja Straßennamen. Ich bin mal gespannt ob es in Portugal tatsächlich keine Straßennamen gibt, oder ob der liebe Herr Joost meinte, die sind einfach überflüssig in seinem Wanderführer. Ich denke einfach, ich versuche so oft wie es geht ohne Führer und ohne app zurecht zu kommen. Denn ich will ja nicht mit dem Handy in der Hand dort rumlaufen und bisher sagt jeder, alles ist super ausgeschildert.

Was ich etwas bedaure, ist dass ich nicht die Zeit habe, einfach mal irgendwo wo es schön ist länger zu bleiben, da ich einen festen Rückflug habe. Es gibt ja einige Pilger die sich den Rückflug offen halten und auch Zeit haben. Naja, irgendwann mal habe ich die auch.

Mein Luxus unterwegs

Trotzdem habe ich ja genug Zeit, um den Weg in Ruhe zu gehen und in meine Meditation zu gehen um meine Fragen zu beantworten die mich beschäftigen. Dabei ist vor allem die Sinnfrage, also eben „Warum bin ich eigentlich hier?“ Das ist keine Krisenfrage für mich, sondern ich möchte auch beruflich für mich klar haben, wo ich denn hin möchte. Meine Begabungen und Talente im Beruf leben zu können. Vielleicht mache ich das ja sogar schon, doch auch das werde ich bestimmt herausfinden.

Was auf jeden Fall mit muss, ist was warmes und was gegen Regen. Denn diese 2 Dinge will ich nicht: Frieren und nass sein. Also heißt das, ich muss darüber nachdenken was ich einpacken und der Rucksack wird vielleicht doch etwas schwerer. Deswegen habe ich zu der Regenjacke noch eine Softshelljacke bestellt. Und dazu noch ein langärmeliges Multi-Funktionsshirt. Das soll warm halten und die Feuchtigkeit abtransportieren.

Das ist dann eben der Luxus den ich mir gönne. Denn ich möchte nicht frieren oder nass sein. Luxus den ich zwar auch tragen muss, aber das ist es hoffentlich wert. Klar ist auch, das ich Badelatschen dabei haben werde. Für abends, wenn es warm genug ist, und für die Herberge selber. Denn in den Herbergen läuft Pilger nicht mit seinen Wanderschuhen rum. Aber was ist wenn es kalt ist? Dann brauche ich doch noch ein paar leichte, geschlossene Schuhe. Also kommen meine Skechers noch mit. Die wiegen nur knapp 500g. Das ist mein anderer Luxus…

Über Schminke denke ich auch die ganze Zeit nach. Schminken ja, nein, ja nein… muss ich mich schminken? Will ich mich schminken? Wenn ich jetzt nur meine BB Cream mitnehme, die auch einen LSF hat, dann muss die abends ja auch wieder runter. Also muss ich auch schon wieder Abschminkszeug mitnehmen. Will ich das? Wie löse ich das? Denn dabei will ich auch ja auch an die Umwelt denken. Ich habe noch keine Entscheidung getroffen ob Wimperntusche und Make-up mitkommen oder nicht.

Bei Rossmann habe ich mir letzte Woche Babyshampoo gekauft. Das nehme ich für meine Haare, Körper und meine Wäsche. Damit habe ich schon wieder 2 Teile gespart. Genommen habe ich Bübchen Familienshampoo 2 in 1 sensitiv. Und eine kleine Tube Rei für die T-Shirts. Ausserdem kommt natürlich ein Deo mit und eine Bürste. Für die Haare nehme ich eine Haarband mit, damit fallen alle Haargels und Festiger weg. Eine kleine Reisetube Bodylotion kommt noch mit, da ich zu trockener Haut neige. Auch in Reisegröße habe ich Zahnpasta und Sonnencreme besorgt.

Ich fühle mich jetzt doch langsam gut gerüstet, innerlich weiß ich was ich für mich lösen möchte und ausrüstungsmäßig habe ich alles was ich brauche und was fehlt, bekomme ich vor Ort. Meine Aufregung steigt jedenfalls…

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