Neues Jahr, neues Essen :-)

Das neue Jahr hat begonnen und ich habe beschlossen meine Ernährung zu ändern. Schon seit über einen Jahr lebe ich vegetarisch. Doch jetzt möchte ich komplett auf vegan umsteigen. Vielleicht denkt jetzt der ein oder andere, och nee, noch so eine Missionarin…. Ob ich das bin, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich habe gute Gründe um vegan zu leben und ich glaube, auf lange Sicht bleibt uns Menschen nichts anderes übrig als unser komplettes Essverhalten zu ändern. Ob jetzt jeder vegan leben muss, soweit bin ich noch nicht in meinen privaten Recherchen.

Aber ich bin überzeugt, das wir alle viel weniger Fleisch essen müssen, wollen wir diesen Planeten noch retten. Vielleicht werde ich hier auch mal darüber schreiben, welche Auswirkungen Fleischkonsum auf unser Klima und unsere Umwelt hat, aber eigentlich gibt es dazu schon ganz viel im Internet zu finden und ich muss nicht noch jemand sein der die Studien hier runterbetet. Wem es tatsächlich interessiert der kann gerne mal hier nachsehen :

Ich persönlich habe mich aus ethischen Gründen und zum Wohle der Umwelt für eine vegane Ernährung entschlossen. Kein Tier soll für mich leiden. Auch wenn Vegetarier zum Beispiel nur Produkte von lebenden Tiere essen (Milch, Milchprodukte, Eier,Honig) müssen diese Tiere leiden um mir dieses Produkt zur Verfügung zu stellen. Das möchte ich nicht mehr. Auch hat der Anbau des vielen Futters für die Massentierhaltung verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Auch das möchte ich nicht mehr.

Metzgerstochter

Mein Vater war Metzger. Als kleines Mädchen schon hat er mich mit auf den Schlachthof genommen, wo er sein eigenes Geschäft hatte, einen Innereien- und Tiernahrungsgroßhandel, und hat mir alles gezeigt. Damals durfte ich noch überall hin, da es die EU Verordnungen noch nicht so streng gab. Er nahm mich mit zu dem Ort an dem die Schweine und Rinder getötet wurden und zeigte mir auch was danach mit ihnen geschah.

Für mich war das alles vollkommen ok und natürlich. Ich kann mich nicht mehr erinnern ob mir die Tiere leid taten. Es war auf jeden Fall so, das ich weiter Wurst und Fleisch gegessen habe. Es war ja auch täglich bei uns zu Hause verfügbar. Vor ca. 7 Jahren beschloß ich das erste Mal Vegetarier zu werden und wurde auch für kurze Zeit vegan. Es scheiterte an der vielen Arbeit die ich mit der Umstellung hatte. Das Ausprobieren neuer Rezepte und herausfinden was wie schmeckt. Also gab ich vegan irgendwann auf, war nur noch vegetarisch, irgendwann dann auch Flexitarier. Das sind die, die ab und zu mal Fleisch und Wurst essen.

Diesmal wird es klappen

So hielt ich es viele Jahre, bis ich Ende 2017 beschloß, wieder ganz auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Meine Familie zog nicht mit. Meinen Mann schmeckt das Fleisch zu gut und er isst es gerne. Meinen Kindern wollte ich es nicht erklären. Aber seit ein paar Wochen geht hier langsam ein Wandel vor sich.

Meine 5-jährige Tochter Eva hat mitbekommen, das ich kein Fleisch mehr esse. Wenn ich am Wochenende für uns alle kochen, gibt es für mich immer eine fleischfreie Alternative. Sie wollte das dann auch mal probieren. Irgendwann kam sie auf die Idee, sie könne ja jeden Tag neu entscheiden, ob sie den Tag vegetarisch sein wollte oder nicht. Und so machte sie es dann auch. Als ich dann am 5.1. anfing auf vegan zu ändern, wollte sie mehr darüber wissen. Sie wollte von mir ganz genau wissen, warum ich jetzt keine Milch mehr im Kaffee trinke und keinen Käse mehr esse.

Eigene Entscheidung treffen

Ich bin dann auf youtube gegangen und habe geschaut, ob ich ein Video finde, in dem Vegetarisch / Vegan für Kinder erklärt wird und habe auch ein sehr gutes gefunden.

Danach haben wir uns noch 2, 3 andere kurze Videos für Kinder angesehen und sie hat für sich beschlossen, sie möchte keine Tiere mehr essen. Es hat ihr vor allem imponiert, das wir Hunde und Pferde lieb haben aber andere Tiere quälen. Sie fragte sofort, ob denn auch ihr Lieblingspony Däumelinchen geschlachtet werden würde. Natürlich nicht. Da war sie beruhigt und sagte ganz klar: „Ich liebe alle Tiere deswegen esse ich sie nicht mehr!“.

Das mit den alle Tiere lieben kann ich bestätigen. Denn sie liebt sogar die Spinnen die sich schon mal ins Haus verirren 😉 Ich muss sie immer nach draussen bringen und darf sie nicht töten. Als es vor 2 Tagen im Kindergarten Suppe gab, bat sie die Kindergärtnerin, ihr bitte das Fleisch aus der Suppe rauszuholen. Und sie hat es auch gemacht. Ich bin dann am nächsten Tag zur Kindergärtnerin hin und habe mich bedankt und ihr gesagt, das Eva jetzt Vegetarisch leben möchte. Sie sagte mir, als Eva gestern darum bat, das Fleisch aus der Suppe zu holen, hat sie ihr sehr gut erklärt warum sie kein Fleisch mehr essen möchte und da war ich sehr stolz auf meine Tochter.

Mein Mann, der Flexitarier

Auch mein Mann denkt immer mehr über seinen Konsum nach und ist damit einverstanden, das wir keine Wurst und Fleisch mehr einkaufen. Wenn er tatsächlich mal Fleischhunger bekommt, dann stillt er den draussen irgendwo. Nach dem ich am Wochenende auch tolle vegane Rezepte ausprobiert habe, die allen geschmeckt haben, ist er zumindest bereit, sich darauf einzulassen. Er ist auch bereit mit zuzuhören und sich den Fakten über Massentierhaltung und deren Auswirkungen anzuhören.

Und da er ein kritisch denkender Mensch ist, glaube ich, wird auch er über kurz oder lang zum Vegetarier. Unser kleinster wächst jetzt einfach so damit auf. Ich glaube, in 1-2 Jahren ist er genau so selbstbewußt wie seine Schwester und wird auch im Kindergarten kein Fleisch mehr essen. Vegetarische Leberwurst (von der Rügenwalder Mühle) isst er schon länger sehr gerne und er merkt es gar nicht das wir zu Hause keine Wurst mehr haben.

Es steckt noch viel mehr in der Thematik

Diesmal bin ich bereit, mich in die Thematik einzuarbeiten und dabei zu bleiben. Ich habe schon einige tolle Rezepte ausprobiert und mir die Veganstart App von Peta geholt. Dort wird jeden Tag, 30 Tage lang, ein kleiner Input gegeben wie der Start funktioniert. Es ist gar nicht so schwer, auch wenn ich feststelle, auch eine rein pflanzliche Ernährung kann immer noch umweltschädlich sein…

Nämlich dann, wenn ich viele Sachen kaufe, die von weit her kommen. Denn z.B. Avocados, Bananen und Kakao müssen vom anderen Ende der Welt hierher geflogen werden. Damit setze ich mich gerade auch auseinander. Und Puh… Es ist echt viel an Input und Information was ich da gerade aufnehme. Jetzt kann ich nicht alles sofort auf einmal ändern. Das würde mich frustrieren, aber so nach und nach werde ich dahin kommen.

Sprich: Saisonal, regional und bio. Mir war bis dato nicht bekannt, das Avocados (ich mag sie nicht aber mein Mann kauft immer mal wieder eine) mehr Wasser im Anbau pro Kilo verbrauchen, als 1 kg Rindfleisch in der Herstellung. Auch Bauern die Bananen anbauen, leben trotz Fairtrade Siegel in Armut. Eigentlich auch klar, wenn ich mir vor Augen führe, das ich 1 Kilo Bananen aus Übersee für 1,99€ bekomme, für 1 Kilo Äpfel von der heimischen Plantage aber 2,99 € zahle!

Darüber habe ich nie nachgedacht. Dasselbe gilt für Kaffee und Kakao. Da wo jetzt Kakaoplantagen stehen, war früher mal Regenwald. Denn Kakao kann nur rechts und links vom Äquator wachsen. Und auch Kakaobauern leben in Armut.

Das ganze macht mich im Moment sehr nachdenklich und ich denke viel über Einkauf, Konsum und Herstellung nach. Ich höre Podcasts zu den Themen und bin auf Blogs unterwegs. Ja, der Start ist erstmal nicht so leicht, aber ich glaube wenn man nach ein paar Wochen ausprobieren gute Alternativen gefunden hat und dann anfängt seinen Konsum auf ethisch und ökologisch umzustellen ist es leicht.

Denn es gibt da ja noch ein Thema das mich schon länger umtreibt, nämlich less-waste. Das verbunden mit wenig Konsum wird die andere Herausforderung. Doch davon später mal mehr.

Hier noch ein paar Links für die die tiefer einsteigen wollen.

Einige vegane Podcasts die ich gut finde:

Die App von Peta : https://www.peta.de/petas-veganstart-app-start-in-ein-veganes-leben-in-nur-30-tagen

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare und Anregungen 🙂

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