Letzte Gedanken vor dem Jakobsweg

Heute ist der 1. Oktober. Der Monat in dem ich meinen Jakobsweg gehe ist da. Heute ist Montag, am Samstag geht es los! Ich bin entsprechend aufgeregt. Ich merke schon den ganzen Tag so eine leichte innere Anspannung. Aber eine schöne Art von Anspannung und Unruhe. Hatte ich bisher 5 Tage vor dem Urlaub so noch nie. 

Auf das was da kommen wird, was mich erwartet, welche Menschen mir begegnen, welche Gespräche ich führe. 

Ich habe letztens gelesen, das es kein Zufall ist, welche Menschen dir auf dem Jakobsweg begegnen und mit welchen du in Kontakt kommst. Der Jakobsweg sorgt dafür, dass du den richtigen Menschen begegnest. Das ist mega Spannend für mich. 

Ich habe jetzt auch was gemacht was ich ja eigentlich nicht tun wollte…. Ich habe alle Übernachtungen im voraus gebucht. Von Porto bis Santiago durchgehend. Der Grund ist, das ich am Samstag noch mal zum Training wandern war. ich bin 13 km gelaufen. Es war sehr schön. Ich hatte super Wetter, Sonnenschein, um 13 Uhr ging es sogar ohne Jacke. Landschaftlich war es wirklich wunderschön. Ich wußte garnicht, dass wir bei uns in der Nähe so schöne Waldabschnitte haben. 

Kleiner Bach bei Meckenheim

Da war auch einfach dieses Gefühl, nicht mehr lange und dann gehst du auf dem Jakobsweg. Ich hatte wieder das gleiche Problem wie bei den letzten Male wenn ich länger unterwegs war. Mir tun die Beine irgendwann weh. Und zwar da, wo der Oberschenkel in den Oberkörper übergeht. Da müssen irgendwelche Bänder oder Muskeln sein die es eben nicht gewohnt sind, so lange zu laufen und dann anfangen zu schmerzen. 

Ich hoffe einfache, dass ich mich mit jeden Tag auf dem Weg besser fühle und mein Körper sich an diese Belastung gewöhnt. Mit dem Rucksack hat es sehr gut geklappt. Ich bin mit 6-7 Kilo gelaufen. Ich empfand ihn als leicht, kann also noch ein bisschen reinladen. Ich muss ihn nur noch richtig einstellen. Denn im Moment tun mir die Schulter weh und ich glaube, ich trage ihn nicht wirklich über die Hüfte. Vielleicht finde ich einen netten anderen Pilger der Erfahrung hat und mir helfen kann sich das mal richtig anzusehen. 

Ich habe für mich gemerkt, dass es für mich sehr gut ist, ein festes Ziel zu haben und nicht einfach drauf los zu wandern. Denn das hat mir gezeigt, wenn ich die Strecke zu kurz wähle und dann noch Kondition habe ist es doof, so ohne Ziel unterwegs zu sein gefällt mir auch nicht. Natürlich sind die Ziele irgendwie vorgegeben, aber ich sie sind ja unterschiedlich. Meistens kann man einfach noch 4-6 km weitergehen, dann ist der nächste Ort erreicht. 

Jetzt habe mich entschieden, zwischen 20 -25 km am Tag zu gehen. Das halte ich für realistisch. Ich habe mir auch angesehen was passiert, sollte ich mal wirklich nicht können. Wegen Scherzen, oder Blasen. Was ich nicht hoffe. Dafür gibt es dann zum einen den Zug mit dem von Ort zu Ort fahren kann, oder Überlandbusse. Das sind aber nur absolute Notfalloptionen. Ich hoffe, ich brauche sie nicht. 

Ausserdem war ja mein Grund, meditatives Gehen zu praktizieren. Und da finde ich es gut, ein festes Ziel zu haben und zu wissen wo ich schlafe, und mich nicht noch jeden Tag aufs Neue um eine Herberge kümmern zu müssen. Das hält mich davon ab, mich mit mir selbst und meinen Fragen zu beschäftigen. Ich habe mich auch für überwiegend private Herbergen entschieden. Die sind etwas teurer (9-15€ pro Nacht), dafür meistens kleiner und netter eingerichtet. Einmal ist eine Jugendherberge dabei und ganz zum Schluss gönn ich mir ein Einzelzimmer im Hotel 🙂 

Insgesamt bin ich jetzt bei 270€ für die 14 Übernachtungen. Was wirklich sehr erschwinglich ist. Mir tut im Moment noch alles weh von Samstag, trotz heißer Dusche hinterher und Einreibung mit Arnika Massageöl. Auf dem Jakobsweg habe ich nur nicht die Möglichkeit einen Ruhetag einzulegen. Da geht es jeden Morgen wieder weiter. Mal sehen wie mein Körper das so mitmacht. 

Dann hilft nur langsam gehen, oder fahren. Es ist bis Abends um 19 Uhr hell. Ich habe knapp 11 Stunden Helligkeit pro Tag. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 4 km/h. Für 20 km brauche ich also ohne Pause 5 Stunden. Da kann eine Pause auch mal länger ausfallen. Doch all diese Theoretischen Überlegungen bringen eh nix. Ich werde es erst wissen, wenn ich am Sonntag loslaufe und dann am Montag wieder und am Dienstag wieder… 

Am Mittwoch werde ich meinen Rucksack endgültig packen und dann wiegen. Dann kann ich entscheiden ob noch was rausfliegt. Auch meine Sachen, die ich auf dem Hinflug trage, werde ich schon mal alle rauslegen. Donnerstag und Freitag muss ich nämlich arbeiten und habe keine Zeit dafür und Samstag morgen bin ich bestimmt zu nervös und möchte auch lieber die Zeit noch mit meiner Familie verbringen. 

Das kommt jetzt alles in den Rucksack

Den Rucksack werde ich dann mit seiner Regenplane einpacken, als Schutz im Flugzeug, damit die Gurte oder Schnüre nirgends hängen bleiben. Jetzt fahre ich noch in den Rossmann um mir Sonnencreme zu kaufen, denn die Wettervorhersage sagt warmes Wetter für Porto voraus. Worauf ich mich auch sehr freue. Im Oktober noch mal mit T-Shirt rumlaufen. Echt geil. 

Ich bin so gespannt 🙂 

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