Kurz mal unter die Aktivisten gemischt

Als ich Anfang Januar Vegan wurde, wurde ich zeitgleich von Tag zu Tag wütender, teilweise auch traurig. Dieses so mir neue Gefühl musste irgendwohin. Also habe ich mich informiert (natürlich auf Facebook) wie andere damit umgehen. Mir wurde empfohlen aktiv zu werden. Im wahrsten Sinne. Einfach mal zu sehen, wo in meiner Nähe Aktivistengruppen unterwegs sind denen ich mich anschließen kann.

Gesagt, getan. Ich habe mir dann einige Gruppen rausgesucht und mir mal angesehen was die so machen. Anfang Februar gab es dann in Bonn ein Treffen des „Animal Rights Network“. Dort sind viele Aktivistengruppen vertreten und stellen sich vor, so daß jeder schauen kann, was für ihn passt.

Ich fuhr dann also dahin um mir das ganze mal anzusehen. Am den Tag war die „Albert-Schweitzer-Stiftung“, „Cube of Truth“, „Das Tierschutzbüro“ und „ProVeg“ vor Ort. Alles sehr nette Menschen und von 18 – ca. 50 Jahre auch alles dabei.

Der Cube of Truth sollte es dann für mich zum ersten Versuch sein. Und so stand ich Mitte Februar bei strahlendsten Sonnenschein mit einigen anderen zusammen in Bonn auf dem Münsterplatz.

Ein Cube funktioniert so: in Würfelform stehen die Aktivisten zusammen. Immer abwechselnd hat einer einen TV oder Laptop und einer ein Schild mit der Aufschrift „Wahrheit“ in der Hand. Alle tragen die Anonymous Masken und sind komplett schwarz gekleidet. Auf den Bildschirmen werden unterschiedliche Filme gezeigt. Über Kälber die ihrer Mutter weggenommen werden und geschlachtet werden, über Küken die lebendig geschreddert werden weil sie das Pech haben, männlich zu sein…

Cube of Truth

Gerade Samstags ist immer viel los in Bonn. Wir standen strategisch so günstig, dass die Leute aus immer auf einen Bildschirm zugingen. In der Zeit in der ich mit im Cube stand, war es spannend die Menschen zu beobachten. Zu sehen, wie sie neugierig sind, auf den Bildschirm schauen und dann entweder schnell wegsehen, oder stehenbleiben um es sich genauer anzusehen. Manche schauten auch von vornherein nicht hin.

Wenn jemand stehen bleibt, kommt ein sogenannter Outreacher um mit dem Passanten ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es, die Menschen auf die Missstände aufmerksam zu machen und zu einem Umdenken zu bewegen. Vegan vielleicht einfach mal auszuprobieren. Viele wissen gar nicht, dass männliche Küken grausam geschreddert werden weil sie keine Eier legen und nicht genug Fleisch ansetzen.

Mir ging es nur leider so, je länger ich dort stand und die Menschen unter meiner Maske beobachtete, wie sie die Bilder ansehen, die Achseln zucken und nichts ändern wollen, obwohl sie die Wahrheit jetzt kennen und gezeigt bekommen, desto trauriger wurde ich. Manche Gespräche bekam ich auch mit und war zum Teil entsetzt wie die Menschen antworteten.

Ich habe also das Gegenteil für mich erreicht als ich wollte. Anstatt mich besser zu fühlen, weil ich aktiv was für den Tierschutz getan habe, fühlte ich mich noch trauriger, noch resignierter. Ich darf also für mich feststellen, dass diese Art von Aktivismus nicht meine ist. Denn ich möchte mich gerne besser fühlen, das Gefühl haben, was sinnvolles und gutes getan zu haben. Ja, das ist Altruismus. Und ich finde ihn gut.

Die Arbeit die der Cube leistet ist wertvoll und sinnvoll. Es gibt diese Cubes weltweit in über 800 Städten. Es werden immer mehr. Nur ich kann es leider nicht. Ich bin nicht dafür gemacht. Doch es ist nicht so, als hätte ich nicht meine Nische gefunden 😉

Denn ich fahre jetzt regelmässig ins Auenland… Zu den Hobbits. Ja klar, jetzt bin ich total verrückt geworden und halte mich für eine Elfe LOL – nicht ganz, das Auenland ist nur 20 Autominuten von mir entfernt. Und was es genau ist, erfährst du hier.

Du magst vielleicht auch

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.