Ich brauche ein rotes Schild!

Obwohl ich mir vorgenommen habe, mich gut um mich zu kümmern, und darauf zu achten, dass es mir vor allem jetzt gerade, gut geht, habe ich das letztes Wochenende irgendwie öfters mal vergessen. Da ist also noch Übung angesagt.

Wir hatten letztes Wochenende ein Barcamp in Essen. Wir, also mein Mann und ich, waren die Veranstalter und haben alles vorbereitet. Freitag nachmittag ging es dann los. Wir fuhren nach Essen und genossen unseren ersten kinderfreien Tag / Abend / Nacht seit längerem.

Samstag dann das Barcamp. Es waren viele tolle Menschen da. Ingesamt waren wir 34 Teilnehmer. Von Studenten bis zum erfahrenen Trainer war auch alles vertreten und dementsprechend bunt war unser Programm.

Das Unperfekthaus in Essen ist auch einfach eine super Location. Es ist ein Künstlerdorf und es herrscht eine besondere Atmosphäre dort. Überall hängt und steht Kunst, sitzen Menschen und malen, schreiben oder genießen es dort zu sein.

Essen und Trinken kann man dort auch super. Es zieht viele Menschen an. Und auch uns seit über 3 Jahren immer wieder. Allerdings ist es dort ab mittags am Wochenende auch sehr trubelig. Zusammen mit den Besuchern des Barcamps waren das für mich sehr viele Reize.

Ich merkte dann auch, dass ab ca. 16 Uhr mein Akku leer war und ich meine Ruhe brauchte. Deswegen bin ich kurz nach 17 Uhr ins Hotel gegangen. Dort habe ich erstmal alles von mir geworfen und eine Meditation gemacht. Danach ging es mir schon etwas besser. Ich überlegte was ich mir noch gutes Tun kann und bin dann in die Hotelbar, die leer war, und habe mir einen Wein bestellt. Dabei habe ich Neo Klassik über mein Iphone gehört und gelesen.

Ich überlegte hin und her ob ich mit Essen gehen will oder lieber alleine gehe. Wir wollten mit ca. 12 Leuten ins Vapiano gehen. Mein ältester Sohn war mit in Essen und schrieb mir in meine Überlegungen rein, wo ich wäre.

Er kam in die Hotelbar nach und ohne weiter darüber nachzudenken bin ich dann ins Vapiano mit ihm . Kurz danach folgten uns die anderen. Doch auch hier merkte ich relativ schnell, dass mein Akku alles andere als schon gefüllt war. Doch ich wollte nicht unhöflich sein und überhörte ihn noch eine Weile. Bis ich dann um 21 Uhr ging, nach etwas über 2 Stunden.

Mein Mann blieb noch, was vollkommen ok ist, und kam auch erst gegen halb 12 ins Hotel. DAS wäre mir definitiv zu lang gewesen. Doch auch das Essen an sich hätte ich ausfallen lassen sollen um mich wieder zu regenerieren.

Am nächsten Tag ging das Barcamp ja weiter. Auch Sonntag brach ich um 16 Uhr ab und fuhr mit meinem Sohn schon mal nach Hause. Erst wollten wir noch in den Landschaftspark nach Duisburg, der wirklich toll ist, aber dann merkte ich a) ich will eigentlich nur noch nach Hause und b) zogen Unwetter auf.

Als meine Mutter weg war, sie hatte netterweise die Kinder gehütet am Sonntag nachmittag, bin ich mit meinen beiden Kleinen nur noch nach oben ins Bett. Wir haben noch ein paar Sandmännchen Folgen gesehen und waren dann alle 3 recht schnell eingeschlafen.

Montag habe ich mein Verhalten reflektiert und mich gefragt, warum ich nicht früher reagiert habe bzw. auf meinen Bauch gehört habe. Ich hätte Samstag Abend auch allein mit meinem Sohn essen gehen können um mich zu erholen und ich hätte Sonntag morgen nach Hause fahren können.

So habe ich wider besseren Wissens gegen mich gehandelt. Mir kam dann das rote Schild in den Sinn. Ich brauch ein rotes Schild. Das überall da klebt oder hängt wo es mir auffällt. Und auf dem Steht: Katrin pass gut auf dich auf!

Denn dass ist wichtig. Das ich auf mich aufpasse. Im Moment weiß ich noch nicht ob ich das Barcamp nächstes Jahr wieder mit organisiere oder zu Hause bleibe. Wahrscheinlich muss ich das kurzfristig entscheiden, denn wenn ich in einer Situation stecke wie jetzt, dass ich auch noch einen depressiven Schub habe, dann tue ich mir keinen Gefallen damit.

Ich bleibe dran.

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